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Mensch mit Buch: Olaf Lahayne

Paashaas
Veröffentlicht von in Literaturtipps · 6 Oktober 2019
Das bin ich: Geboren und aufgewachsen in Niedersachsen, wohne ich seit 1997 in Wien. Die perfekte Stadt für jemanden, der seit der Schulzeit klassische Musik liebt und auch andere Sparten des kulturellen Lebens schätzt! Dies ergänzt sich gut mit meiner beruflichen Tätigkeit an der Technischen Universität Wien.

So wurde ich Autor und das bedeutet mir das Schreiben: Zum Schreiben von Kurzgeschichten kam ich vor allem über diverse Ausschreibungen und Wettbewerbe. Diese im deutschen Sprachraum leider vernachlässigte Gattung ist meinem Eindruck nach eine Pflicht-Schule für alle Autoren, speziell für solche, die das Schwafeln verlernen wollen. Ansonsten lasse ich mich beim Schreiben wie in der Wissenschaft ungern auf bestimmte Richtungen festlegen; ich hab's lieber vielseitig. Meine wissenschaftliche und belletristische Tätigkeit konnte ich in der Arbeit an einer Monografie zum Thema Thomas Bernhard kombinieren.
 
 
Auflistung deiner Bücher mit Klappentext und jeweils kurzer Leseprobe:
 
Hier die bisher als E-Book und teils als Print-Ausgabe erschienenen Sammlungen meiner Kurzgeschichten; Gratis-Leseproben gibt es dazu überall, wo es die E-Books gibt:
 
·         Haltet den Dieb!
13 diebische Kurzgeschichten; ISBN: 978-3-7396-6234-3, Bookrix
 
·         Erzähl keine Märchen!
12 mehr-oder-minder-Märchen; ISBN: 978-3-7368-5359-1, Bookrix
 
·         Wie geistreich!
13 unheimliche Erzählungen; ISBN: 978-3-7438-0005-2, Bookrix
 
·         No Future!
12 Science-Fiction-Stories; ISBN: 978-3-7438-7374-2, Bookrix
 
·         Schöne Bescherung!
12 weihnachtliche Erzählungen; ISBN: 978-3-7438-8585-1, Bookrix;
Print: 978-3748180807/ 978-3748168430, BoD
 
Außerdem als Sachbuch erschienen:
 
›Beschimpft Österreich!‹ Der Skandal um die Staatspreisrede Thomas Bernhards im März 1968, ISBN 978-3847104896, V&R Unipress
 
Einleitung:
 
Gut 25 Jahre nach seinem Tod ist das Werk des Schriftsteller Thomas Bernhard (1931-1989) zu einem Teil des Literaturkanons Österreichs, wenn nicht Europas und der Welt geworden. Daher spare ich mir einen Überblick über sein Leben sowie sein Œuvre, zumal dazu bereits reichlich Literatur zur Verfügung steht.  Zugleich wird der Autor nach wie vor mit dem Epitheton „Skandalautor“ versehen, und oft assoziiert man mit seiner Person weniger seine Bücher als eben jene (vorgeblichen) Skandale, die sich an einigen seiner Werke entzündeten. Zum 25. Todestag des Autors wurden beispielsweise von Radio Österreich 1 zwei Sendereihen produziert: Eine widmete sich den Gedichten von Bernhard; die andere stand unter der Überschrift „Der Skandalmacher.“
 
Schluss- und Höhepunkt (oder auch Tiefpunkt) dieser Kette von mehr oder minder aufsehenerregenden Vorfällen waren die Vorgänge rund um die Uraufführung des Stückes „Heldenplatz“ im Jahre 1988. Am Anfang aber stand der Vorfall bei der Staatspreis-Verleihung zwanzig Jahre davor.  In Bernhards posthum veröffentlichter Schrift „Meine Preise“ steht die von der Staatspreis-Verleihung inspirierte Erzählung zwar nicht an erster Stelle (weder chronologisch noch im Text), aber in der Mitte der neun Preis-Episoden; zudem bildet sie das längste Kapitel, wenn nicht „das Herzstück des Bandes“. Außerdem hat Bernhard den Vorfall in „Wittgensteins Neffe“ (1982) literarisch verarbeitet. Auf diese beiden Quellen, ihren Gattungscharakter und ihre Chronologie werde ich ausführlich eingehen. Aber während zu „Heldenplatz“ sowie zum Prosawerk „Holzfällen – Eine Erregung“, „das 1984 Thomas Bernhards Ruf als Skandalautor endgültig festigte“, reichlich Literatur vorliegt, ist die erwähnte Vernachlässigung der Ereignisse vom 4. März 1968 recht bemerkenswert – vor allem angesichts der Bedeutung, die diesem Vorfall heute beigemessen wird.
 
Seinerzeit berichteten etwa die „Salzburger Nachrichten“ am 5. März 1968 lediglich in einer knappen, nüchternen Meldung von der Überreichung der Staatspreise: „Der Schriftsteller Thomas Bernhard, die Bildhauer Alfred Hrdlicka und Josef Pillhofer, die Medailleurin Elfriede Rohr sowie die Komponisten Gerhard Wimberger und Josef Friedrich Doppelbauer (beide Lehrer an der Salzburger Akademie Mozarteum) erhielten am Montag im Rahmen einer Feierstunde im Audienzsaal des Unterrichtsministeriums die ihnen verliehenen Österreichischen Staatspreise 1967. Die Auszeichnungen überreichte Minister Dr. Piffl-Perčević. Der aus Salzburg gebürtige Autor Thomas Bernhard, der den Preis für seinen Roman ‚Frost‘ erhalten hatte, sprach im Namen der übrigen Laureaten die Dankesworte. In derselben Feier überreichte der Unterrichtsminister dem Schriftsteller Hans Lebert die Adalbert-Stifter-Medaille.“  Das ist auch schon der ganze Artikel. Die meisten österreichischen Tageszeitungen brachten überhaupt keine diesbezügliche Meldung. Die Fernsehnachrichten vermeldeten ebenfalls nur knapp die Verleihung der Preise; in einem Radiobeitrag konzentrierte man sich auf die bei der gleichen Veranstaltung verliehene Stifter-Medaille.
 
Liest man aber Publikationen jüngeren Datums, so scheint es bei der Preisverleihung nicht nur hoch her gegangen zu sein; es sei auch (Literatur-)Geschichte geschrieben worden: „Begonnen hatte die Kette regelmäßiger Ärgernisse durch Bernhards öffentliche Auftritte 1968, als der Roman Frost ihm den Kleinen Österreichischen Staatspreis für Literatur einbrachte.“
 
„Es ist bekannt, dass Thomas Bernhard 1968 durch seine Ansprache bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises einen großen Skandal ausgelöst hat, weil er unter anderem den Staat als ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern verurteilt ist, beschrieben und dem österreichischen Volk Ahnungslosigkeit attestiert hat.“
 
„Der Eklat, der dann folgte, ist Literaturgeschichte. Der Minister verlässt nach den Dankesworten des Preisträgers zornbebend und türenschlagend den Saal, Fäuste werden drohend geschüttelt, Beleidigungen gebrüllt, und am nächsten Tag schreibt eine Wiener Zeitung, der Schriftsteller Thomas Bernhard sei ‚eine Wanze, die man vertilgen müsse’. Damit war ein Ton angeschlagen, der bis zum späten Theaterskandal um Bernhards „Heldenplatz“ nicht mehr verklingen sollte.“
 
„Nachdem Bernhard mit seinem Roman ‚Frost‘ Einzug in die literarische Öffentlichkeit gehalten hatte, war er mit dieser Rede nun aber auch einem nicht nur primär literarisch interessierten Publikum ein Begriff geworden.“
 
„Wenn es denn eines prägnanten Datums bedarf, das den Anbruch einer Epoche sinnfällig macht, dann könnte dies der 4. März 1968 sein, der Tag der Verleihung des Österreichischen Staatspreises an Thomas Bernhard [...] Der Schriftsteller hatte sich (und seinesgleichen) selbstbewußt als eine kritische Instanz der Öffentlichkeit präsentiert, mit der künftig zu rechnen war. In der Rückschau will es scheinen, als sei mit dem Eklat ein Riß in der heilen Kulturwelt Österreichs entstanden.“  Kurz, „der Eklat war ungeheuerlich.“
 
Die Reihe dieser Zitate ließe sich noch um einiges verlängern. In einer Wiener Ausstellung des Jahres 2013 mit dem Titel „Meldungen, die Österreich bewegten“, war Thomas Bernhard eine eigene Vitrine gewidmet, und dabei stand der sogenannte Staatspreis-Skandal im Zentrum. Für alle anderen Kunst-Skandale der zweiten Republik musste eine weitere Vitrine ausreichen.
 
Was genau ist am 4. März 1968 im Unterrichtsministerium am Wiener Minoritenplatz geschehen? Wie kam es zu diesem Geschehen, und warum hat dieser Vorfall anscheinend so hohe Wellen geschlagen, die bis heute noch nicht verebbt sind? Wie wurde ein Vorfall, den selbst viele Anwesende kaum zur Kenntnis nahmen, zum „Anbruch einer Epoche“? Warum ist dieses Thema heute noch von Interesse?
 
Und worum genau geht es eigentlich?
 
Sinnvollerweise will ich die letzte Frage gleich in dieser Einleitung beantworten. Im ersten Teil dieses Buches rolle ich – soweit das heute noch möglich ist – die Vorgeschichte jenes Vorfalles auf. Im zweiten Teil geht es dann um das Geschehen während der Preisverleihung selber. Im dritten Teil gehe ich auf die Nachgeschichte ein, um im Fazit die Quintessenz meiner Untersuchung zu ziehen. Im Nachwort werde ich mich um eine abschließende Bewertung bemühen.
 

Punkte zum Verteilen – so sehe ich das: (10 sehr wichtig, 1 unbedeutend)


Schreiben ist mein größtes Hobby

8

Ein Teil von mir selbst steckt in den Geschichten

2

Ich schreibe, um Geld zu verdienen

3

Schreiben bedeutet neue Welten schaffen

4

Andere Autoren sind mir ein Vorbild

6

Ohne Verlag kein gutes Buch

3

Mit Literatur hält man Sprache am Leben

6

Sachbücher sind die Comics der Neuzeit

-

Biografien sind reine Selbstdarstellung

-

Das Cover ist wichtiger als der Text

2

 

 



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